Archiv | März, 2011

Barfuß im Beach Club

21 Mrz

Montag

Es hat meistens einen Grund, wenn ich ohne Hilfsmittel im Urlaub vor 10 Uhr wach bin – im Sinne von: WACH, nicht: kurz mal blinzeln, umdrehen, weiterschlafen. Heute ist es die in 3-Sterne-Hotels übliche Geräuschkulisse aus Türenknallen und von Gesprächsfetzen begleitetem Getrappel. Unser Schlafzimmerfenster ist weit geöffnet, hinter der Terrasse befindet sich einer der besagten langen Gänge, der von den ersten Frühstücksgästen frequentiert wird. Frische Luft hat eben ihren Preis. Meine nächtlichen Visionen von durch die wehenden Gardinen tretenden Eindringlingen waren sicher nur eine vorübergehende Erscheinung dieser ersten Nacht in neuer Umgebung. Die Sonne scheint, draußen wartet das Meer. Überflüssig zu erwähnen, dass das Frühstücksbuffet (Automatenkaffee und eine Flüssigkeit, die farblich an Orangensaft erinnert…) und der Ausblick auf den Kreisverkehr bei Tageslicht nicht weiter der Rede wert sind. Wir machen uns auf den Weg nach Playa Amadores. Der Strand ist hier zwar künstlich aufgeschüttet, aber dementsprechend feinsandig und sehr schön geschützt gelegen. Wenn wir auf das Wasser schauen, stören die hinter uns liegenden Hotelbunker gar nicht weiter.

Und es wird noch besser. Verscheucht von der kanarischen Liegenmafia spazieren wir am Strand entlang zum anderen Ende der Bucht. Hier liegt der Beach Club Playa Amadores – die gepolsterten Doppelliegen einschließlich Strandlaken und Sonnenschirmen in der hübschen Gartenanlage sehen derartig verlockend aus, dass wir hier sofort unser Lager für die nächsten Stunden aufschlagen. Kaffee, kühle Drinks und Leckereien werden serviert, ohne dass wir die Waagerechte verlassen müssen. Einzig die Ausrichtung des Sonnenschirms und ein Abstecher ins kühle Nass veranlassen uns zu Bewegungen, die über das Anwinkeln des Unterarms hinausgehen. Das ist Urlaub, wie er sein soll.

Gegen Nachmittag werden wir unternehmungslustig und verlassen unser Luxuslager – 20 Euro werden allein für die Nutzung der Doppelliege berechnet, doch das war es uns allemal wert. Wir fahren weiter nach Maspalomas an der Südspitze der Insel. Hier gibt es – Überraschung – sehr viele Hotels, Gelegenheit zum Shoppen und die berühmten Dunas de Maspalomas. Wir durchqueren die Gartenanlage des Lopesan Costa Meloneras Resorts und bereuen in diesem Moment aus tiefstem Herzen, dass wir nicht der Empfehlung des tuntigen Eppendorfer Reiseverkehrsfachmannes gefolgt sind, der uns, selbstverständlich für einige Hundert Euro mehr, in diesem beeindruckenden Hotel unterbringen wollte. Der riesige, von Palmen gesäumte Pool scheint sich am Horizont mit dem Meer zu vereinen. Gefangen von diesem Anblick, bleibe ich eine Weile stehen, beobachte fasziniert die aus dem glitzernden Wasser ragenden Köpfe und verdränge jeden Gedanken an unsere terrassenförmige Unterkunft am Kreisverkehr. Dieser Pool ist dazu bestimmt, dass ich in ihm schwimme, so viel steht fest.

Die Dünenlandschaft betrachten wir nur im Vorbeigehen, die heutige Sonnendosis war für mich blondes Nordlicht schon sehr großzügig bemessen. Zurück in Puerto de Mogán, kühlen wir uns in einem der drei Hotelpools ab und schwimmen ein paar Bahnen. Unnötig zu erwähnen, dass dies mein Verlangen nach einem Bad im Pool meiner Träume nur verstärkt. Ein Gefühl wie frisch verliebt zu sein in Mr Big und dann mit Horst Schlämmer zu schlafen.

(Fortsetzung folgt…)

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Endlich Flip Flops!

20 Mrz

Sonntag

Wann war noch mal Frühlingsanfang in Deutschland? Hamburg ist die schönste Stadt der Welt, vor allem im Sommer, aber die Temperaturen zu Jahresbeginn sind einfach erbärmlich. Da ist die Stadt selber schuld, wenn man ihr von Fuhlsbüttel aus den Rücken kehrt. 4 Stunden Flug und 40 Fahrtminuten im Mietpolo später haben wir Eimsbüttel gegen Puerto de Mogán getauscht. Auf der Strecke vom Flughafen zu unserem romantischen Hafenort taucht immer häufiger der Atlantik als malerische Kulisse auf. Die Luft ist lau und duftet nach Urlaub. Bucht für Bucht windet sich die Straße um die Felsen. Wir können Puerto de Mogán schon sehen, als wir noch etwa 15 Haarnadelkurven vom Ziel entfernt sind. Der Yachthafen mit seinem kleinen Leuchtturm liegt idyllisch am Fuße der felsigen Bucht.

Unser Hotel ist nicht zu übersehen, als wir in den Ort abbiegen. Mein: „Und wir sind übrigens da!“ klingt ein wenig erschrocken. Monströs klammert sich das Aparthotel Cordial Mogán Valle in den Berg, es ist zu breit für jedes Teleobjektiv und war daher im Internet aus vorteilhafteren Perspektiven abgebildet. Wir parken unseren weißen Polo in einem der auf dieser Insel anscheinend sehr beliebten Kreisverkehren vor dem Eingang und betreten die Lobby. Wir bekommen das Appartement 742 einschließlich einer bebilderten Wegbeschreibung durch die Anlage, die den Satz „we have 63 lifts“ enthält. Auf dem Weg zu unserem Zimmer verstehen wir diesen Hinweis. Das Hotel ist terrassenförmig in den Berg gebaut, so dass jeder Lift nur 3 Etagen schafft, nach denen wir in den nächsten, näher am Berg gelegenen Lift wechseln. Insgesamt drei Mal. Dann geht es einen langen Flur entlang, mit zwei schweren Taschen im Schlepptau gefühlte 547 m lang. Gepäckwagen? Das ist doch was für dekadente 5-Sterne-Bunker. Immerhin, das Appartement ist hell und freundlich (heißt: ohne psychedelische Blümchenmuster) eingerichtet und hat eine große Terrasse mit zwei bequemen Liegen. Wenn wir uns über die Brüstung beugen und den Kopf nach links drehen, können wir das Meer sehen. Zu weit nach links, und wir sehen unsere sich sonnende, leicht übergewichtige ältere Nachbarin im pinkfarbenen Bikini, in Position gebracht für minimale Bräunungsstreifengefahr. Schnell wieder nach rechts geguckt, Koffer ausgepackt und ab an den Hafen.

Nachdem wir den Ort durchquert und auch angesichts des traurig kargen Dorfplatzes sowie der obligatorischen, ebenso unzähligen wie überflüssigen Shops den Optimismus nicht verloren haben, erreichen wir das Schmuckstück von Puerto de Mogán, vielleicht sogar von ganz Gran Canaria. Cafés, Restaurants, Schmuckläden reihen sich vis-à-vis der hier vertäuten Boote und Segelyachten aneinander. Entzückende Häuschen mit kleinen Vorgärten und großartigen Dachterrassen begeistern den Betrachter – diese schnuckeligen Unterkünfte kann man mieten, wieso hat uns das keiner gesagt?! Wir flanieren weiter in Richtung Leuchtturm, drehen jedoch schließlich wieder um, denn der Weg ist viel weiter, als es zunächst scheint. Stattdessen bestellen wir zwei café con leche im Café de Mogán. Die Zuckertütchen zum Kaffee sind von tchibo – findet in diesem Örtchen etwa eine Art Cala-Ratjadaisierung statt? Um uns herum hören wir französisch, englisch, deutsch in recht bunter Mischung und mit der Kellnerin haben wir in einem spanisch-englischen Mischmasch geradebrecht. Geht also noch.

Wir gucken auf die Bötchen, lästern über vorbeischlendernde Touristen und genießen die beginnende Urlaubsatmosphäre. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, es ist so warm, dass wir uns einen Tisch im Halbschatten ausgesucht haben. Das erste Mal in diesem Jahr trage ich Flip Flops zu Rock und T-Shirt. Es wird noch ein wenig dauern, bis meine Füße mir diese Nummer abnehmen und die Angst verlieren, jeden Moment wieder in Socken und UGG Boots gesteckt zu werden, um dann auf eisigen, verschneiten Gehwegen herumzuschliddern. Aber der Anfang ist gemacht.

Die Ernüchterung erwischt uns beim Abendessen. Wir haben uns für die zweite „Schicht“ um 19.30 Uhr entschieden, da wir davon ausgehen, dass um diese Zeit kaum noch niedliche 2-jährige in Hochstühlen mit Nudeln um sich werfen und sich dementsprechend die Geräuschkulisse auf einem angenehmen Level bewegen wird. Damit lagen wir richtig, der Speisesaal ist relativ leer und ruhig. Doch die auf dem Buffet angebotene Auswahl motiviert eher dazu, diesen Urlaub unter das Motto „Fastenwandern“ zu stellen. Der Ausblick auf den Kreisverkehr macht die Sache nicht besser. Wir schaffen es dennoch, unseren Hunger zu stillen und verbringen den Rest des Abends in Decken gewickelt auf unserer Terrasse mit Blick in den Sternenhimmel.

Mädels, mal ohne Männer

9 Mrz

Freitag, 18 Uhr, Hamburg. So viel weibliche Hormone hat dieser BMW bisher noch nie transportiert, aber er kommt gut damit zurecht und muckt nicht ein einziges Mal auf. Auch nicht, als Maja anfängt, von ihrer noch knackfrischen Beziehung und den ersten kleinen Differenzen zu erzählen und wir bereitwillig sowohl unsere Single- als auch Männergeschichtenerfahrung anzapfen und uns am Ende einig sind: alles halb so wild. Wir haben die Männer für dieses Wochen-ende bewusst zu Hause gelassen, was natürlich nicht heißt, dass sie als Thema tabu sind. Im Gegenteil. Es gibt fast nichts Schöneres, als sich in diesem männer-freien Raum mit hochqualifizierten Gesprächspartnerinnen darüber auszu-tauschen, ob zum Beispiel einmal die Woche spontan auftretende Trennungs-gedanken normal sind, die zum Glück ebenso spontan wieder verschwinden. Wir sind zu viert und natürlich nicht immer einer Meinung, was dazu führt, dass die Fahrt nach Adendorf von anregenden Diskussionen untermalt wird.

Ein kurzer Zwischenstopp muss sein, ohne Prosecco, Kekse, Chips und Fred Ferkel können wir nicht im Hotel einchecken. Womöglich haben wir den blut-jungen männlichen Aushilfen der Sky-Filiale Adendorf mit unserem Auftritt Gesprächsstoff für ihr heutiges Abendprogramm geliefert – gern geschehen. Weiter geht’s – nur noch achtundzwanzigmal abbiegen und dreimal wenden (dem Navi sei Dank) und schon sind wir da. Ab jetzt sind wir zu sechst und unsere drei Zimmer liegen alle auf demselben Flur, das Hotelpersonal hat mitgedacht.

Beim Abendessen wird sich noch etwas beschnuppert, denn wir haben es gewagt, jemand „Neues“ in unsere Reisegruppe aufzunehmen – aus rein symmetrischen Gründen. Dieses zugegebenermaßen leicht riskante Experiment erweist sich jedoch als eindeutiger Glücksgriff – Zickenalarm bleibt das ganze Wochenende ein Fremdwort für uns. Fairerweise werden wir dann aber doch dem einen oder anderen Klischee gerecht und bestellen unser Essen ausnahmslos aus der Rubrik „kleine Gerichte“. Und werden auch noch satt davon. Der arme Kellner muss wahrscheinlich eine verdiente vorgezogene Pause einlegen, nachdem er die Abrechnungsmodalitäten schließlich zu unserer Zufriedenheit geregelt hat. Darauf trinken wir einen Cocktail an der Bar. Hier gibt es ein Wiedersehen mit Jenny, die Eileen und ich bei unserem ersten legendären Aufenthalt in diesem Etablissement vergangenen Sommer kennengelernt haben. Damals endete der Abend mit dem spektakulären Versuch, zu einer Runde Nachtschwimmen in den Pool zu gelangen – dieser scheiterte jedoch (zum Glück) an verschlossenen Türen. Schuld an diesem sinnlosen Aktionismus war der spicy split gewesen, eine spezielle Kreation des Barpersonals, die unter der Theke gehandelt wurde und in deren Genuss wir erst gekommen waren, nachdem wir einige B52’s durch brennende Strohhalme zu uns genommen hatten. Heute aber wissen wir gleich Bescheid, da wir quasi Stammgäste sind, und bekommen von Jenny eine Runde spicy splits aufs Haus. Es schmeckt wie flüssiges Cuja Mara Split mit einer nicht zu verachtenden Schärfe im Abgang. Wir schwächeln und begnügen uns mit dieser einen Runde. Wahrscheinlich haben wir Jenny nicht nur damit enttäuscht, es stehen wilde Spekulationen im Raum. Das Verspeisen der Cocktailkirsche mutiert auf einmal zum unwägbaren Risiko, denn das könnte ein Code sein, die Vermutung liegt schließlich auf der Hand! Wir belassen es bei der Spekulation und verabschieden uns auf unsere Zimmer.

Es sind nicht nur die Gespräche, die ein Wochenende unter Frauen so besonders machen. Wir sind hier zum Abschalten und Entspannen, dazu gehört auch, sich keine Gedanken um fehlende Kosmetikprodukte oder Kleidungsstücke machen zu müssen. Was bei einem Kurzurlaub mit dem Mann des Herzens zu panischen Anrufen an der Rezeption und fluchtartigem Verlassen des Hotelzimmers kurz vor Ladenschluss geführt hätte, löst sich hier in Wohlgefallen auf. Ich Horst habe keinen Bikini dabei – Joan konnte sich zu Hause nicht entscheiden und hat einen zweiten im Gepäck. Meiner! Bine hat den Behälter für ihre Kontaktlinsen vergessen – hier helfe ich als Blindfisch gerne aus. Eileens Shampooengpass wird von Joan ausgeglichen und wir gehen alle glücklich und bestens versorgt schlafen. Ein Besuch bei Rossmann am nächsten Morgen ist trotzdem unaus-weichlich, denn Eileen hat mich die halbe Nacht mit entzückendem Schnarchen wachgehalten und braucht dringend Nasenspray. Nachdem das erledigt ist und ich wieder Hoffnung habe, in der folgenden Nacht mehr Schlaf zu bekommen, entern wir den Wellnessbereich im Souterrain des Hotels. Die anderen paddeln schon im Jacuzzi. Dampfbad, finnische Sauna, Balnearium – wir haben ein straffes Programm vor uns! Draußen strahlt die Frühlingssonne über dem angrenzenden Golfplatz, doch mangels Liegen auf der Terrasse (das Hotel-personal ist noch im Winter-Modus) machen wir es uns im kuscheligen Ruheraum gemütlich. Unterbrechen lassen wir uns nur von unseren Massage-terminen, von denen wir mit Handtuchabdrücken auf der Stirn und seligem Lächeln im Gesicht zurückkehren. Der Alltag ist gefühlte Milliarden Meilen entfernt. Augen zu und genießen.

Die verrückten Hühner Bine, Joan und Maja unterbrechen den Dreiklang aus Entspannung, Faulsein und Nichtstun mit einer dreißigminütigen Einheit im gegenüberliegenden Fitness-Raum. Durch die geschlossene Tür des Ruheraums stört der Lärm der Cardiogeräte nur minimal und ich widme mich weiter meinem Roman und meiner Tasse Lemon Flush aus der Teeoase. Da soll noch mal einer sagen, Frauen wären nie wunschlos glücklich. Zumindest stundenweise sind wir durchaus zu solchen Gefühlen in der Lage.

Doch zu viel Entspannung macht träge und die Bikinisaison liegt gefährlich nah. Einen kalorienfreien Vitalsnack von der Spaneo Bar später schmeißen wir uns in die Stretchklamotten und stellen uns dem 90-minütigen Workout bei Karin im Fitness-Studio. Was harmlos beginnt und kein Ende zu nehmen scheint, wird uns allen den bisher größten Muskelkater des Jahres bescheren. Darauf gönnen wir uns noch eine Runde Dampfbad.

Nachdem wir den ganzen Tag reichlich Giftstoffe ausgeschwitzt und Kalorien verbrannt haben, müssen die Speicher am Abend wieder nachgefüllt werden. Prosecco, Chips und Fred Ferkel stehen bereit als Apéritif und stellen für uns keinen Widerspruch dar zu den Gesprächen über Weight Watchers und Kalorientabellen. Wir wissen, was gesund ist – aber auch, was lecker ist und Spaß macht. Stößchen! Mit dem Großraumtaxi geht es nach Lüneburg in die Osteria Rustica.  Glücklich abgefüllt mit Prosecco Aperol, Pizza aus dem Holz-ofen, Pasta und Tiramisù zum Dessert nehmen wir noch einen Drink an der Hotelbar und genießen dazu die musikalische Untermalung vom Pianisten am Konzertflügel. Noch während ich mich frage, ob ein B52 eigentlich brennen MUSS, probiere ich einen Schluck des flammenlosen Shots und trage mit meinem folgenden Gesichtsausdruck und unkontrolliertem Husten zur allgemeinen Erheiterung bei. Ein Blick in die Karte verrät: das war Rum mit 73 Umdrehungen. Die beiden anderen Schichten des Getränks sind eindeutig harmloser. Andernfalls hätte ich mich womöglich wieder auf die Suche nach einem Nachteingang zum Pool gemacht. Eine Weile lauschen wir noch den schmeichelnden Klängen des Pianos, die uns sanft umhüllen und schließlich die Treppe hinauf ins Bett tragen. Zufrieden lassen wir uns in die Kissen sinken, einem tiefen, traumlosen Schlaf entgegen. Ein perfekter Tag geht zu Ende.

Doch die Nacht, die Nacht hat es in sich. Das Meerwasser-Nasenspray verfehlt leider seine Wirkung. Wieder erwache ich mitten in der Nacht, und diesesmal ist es nicht das Piano, das mich mit sanften Klängen umschmeichelt, es sind Eileens Polypen, die ihre Verstopfung laut und gleichmäßig der Umgebung, in diesem Fall mir, kund tun. Chrchrchrchrch. Chrchrchrchrchr. Ein. Aus. Ein teuflischer Kreislauf, den ich nicht durchbrechen kann. Stupsen, rütteln, stöhnen, seufzen – die Schnarcher setzen höchstens für eine halbe Sekunde aus, ganz gleich, welche Maßnahmen ich ergreife. Zutiefst verzweifelt schalte ich schließlich das Licht an und stelle mich schlafend, mit dem zweiten Kissen auf meinem Ohr. Eileen hebt den Kopf und gibt sich entsetzt: „Das Licht ist plötzlich angegangen!“ Ich tue  ahnungslos. „Du schnarchst.“ Nachdem das geklärt ist, schalte ich das Licht aus und beeile mich, vor Eileen wieder einzuschlafen.

Zumindest ein paar Stunden Schlaf sind mir in dieser Nacht noch vergönnt, doch der hinter mir liegende Kampf mit Eileens Polypen ist mir später am Frühstücks-tisch deutlich anzusehen. Mit Birchermüsli, Croissant und Milchkaffee starte ich ein Mini-Wellnessprogramm von innen. Und spätestens nachdem wir eigen-händig Liegestühle auf die Terrasse getragen haben und in Bademäntel und Decken gewickelt die Märzsonne genießen, ist die Nacht vergessen. Mit Glück bekomme ich sogar einen Sonnenbrand im Gesicht.

Keine Frage, dass wir dieses Wochenende schon bald in ähnlicher Form wieder-holen werden. Südfrankreich im Spätsommer? Barcelona, Mailand, Paris? Unendliche Möglichkeiten. Etwas ungehalten reagiere ich allerdings auf Majas unverschämten Vorschlag: „Nächstes Mal nehmen wir die Männer mit.“ Hat sie denn in den vergangenen zwei Tagen gar nichts gelernt?!

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